Später wirft Rohac ein grelles Licht auf die Brüsseler Sicht der Dinge:
Ich glaube zum Beispiel nicht, dass die ungarischen Sozialisten versuchen würden, sich durch eine unnachgiebige Ablehnung der Einwanderung nach Europa zu profilieren.
Ihrer Meinung nach würde sich die ungarische Linke weniger in Debatten einmischen, die die Gesamtsituation in Europa betreffen, wie z.B. Debatten über Einwanderung, Multikulturalismus oder Liberalismus. – „Damit könnte sie sich in Brüssel eine weitaus größere Bewegungsfreiheit erkaufen als die derzeitige Regierung – so wie es Bulgarien und Rumänien getan haben.“
An dieser Stelle entlarvt Rohac die Brüsseler Politik des „Messens mit zweierlei Maß“:
Bulgarien und Rumänien sind dysfunktionalere und korruptere Länder als Ungarn und befinden sich insgesamt in einem schlechteren Zustand. Aus dem Blickwinkel der EU-Institutionen sind sie jedoch leichter zu verwalten, da sie keine Vetos gegen EU-Initiativen einlegen. Dafür kassieren sie hübsche Summen aus den Strukturfonds, und obwohl sie diese Transfers auch Diebstahl und anderen Missbräuchen aussetzen, tun diese Länder im Großen und Ganzen das, was die EU von ihnen erwartet.
Rohacs Gesprächspartner, der diese verblüffende Aussage nicht stillschweigend hinnehmen konnte, entgegnete daraufhin:
„Sie wollen also sagen, dass Länder, die die Erwartungen der EU erfüllen, eine negative Behandlung vermeiden, während die Führer – Ungarn oder Polen –, die nach mehr Unabhängigkeit streben, reichlich davon ernten?“
– Ja, das ist ein Aspekt der Funktionsweise der Realpolitik.
– antwortet Rohac, bevor er erklärt, dass es „gut wäre, wenn Brüssel alle Mitgliedsstaaten nach denselben Maßstäben beurteilen würde, aber das Beispiel Ungarns und Polens zeigt eben, dass dies in Wirklichkeit völlig außer Frage steht.“
















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