
Fotó: MÉDIANÉZŐ KÖZPONT
3. Ungarische Eigentümer
Das vergangene Jahrzehnt stellte einen Wendepunkt auf dem ungarischen Medienmarkt dar – sowohl links wie auch rechts. Nach dem Fall des Kommunismus waren in Ungarn viele gut kapitalisierte ausländische Unternehmen aufgetaucht, die sich auf den Mediensektor spezialisiert hatten: Die Deutschen Axel Springer und Bertelsmann mit dem Schweizer Ringier beherrschten dann zwei Jahrzehnte lang den Markt; noch heute befindet sich die meistverkaufte ungarische Boulevard-Tageszeitung Blikk im Besitz von Ringier und Axel Springer – so Médianéző Központ. 2014 hat Sanoma seine Anteile an die Centrál-Gruppe verkauft, die dem ungarischen Milliardär Zoltán Varga gehört, von dem manche glauben, dass er Verbindungen zur liberalen Linken unterhält. Dieselbe Mediengruppe Centrál besitzt auch eines der größten linksliberalen Infoportale, das Millionen von Internetnutzern erreicht: 24.hu, aber auch das politisch-wirtschaftliche Wochenmagazin HVG , das sowohl auf dem Print- wie auf dem Online-Pressemarkt vertreten ist und einen erheblichen Marktanteil besitzt. Nach 2014 haben auch ungarische Investoren einen der Hauptakteure auf dem ungarischen Medienmarkt erworben: Mediaworks Hungary Zrt, in dessen Portfolio regionale Tageszeitungen, Wirtschaftszeitschriften, Modemagazine, Lifestyle- und Boulevardmedien, sowie verschiedene politische Tageszeitungen und nationale Internetportale, wie Világgazdaság , Magyar Nemzet und Mandiner sich befinden. Im Jahr 2015 ging eines der wichtigsten ungarischsprachigen Portale, Origó.hu, ebenfalls an ungarische Investoren über, als das Unternehmen Magyar Telekom – mehrheitlich im Besitz der Deutschen Telekom – es an die ungarische New Wave Media Kft. verkaufte. Wie Médianéző Központ es in seiner Analyse zeigt, ist die Präsenz von ausländischem Kapital auf dem ungarischen kommerziellen Fernsehmarkt bedeutend: die RTL-Gruppe kontrolliert RTL Klub – einen Kanal, der die meistgesehene Nachrichtensendung des Landes ausstrahlt – sowie mehrere Kabelsender. Dennoch ist ungarisches Kapital ebenfalls präsent und besitzt insbesondere die TV2-Gruppe, deren Sender TV2, der zweitgrößte Kanal des Landes und der Hauptkonkurrent von RTL Klub ist. Unter den Medien mit entscheidendem politischem Einfluss liegt der Anteil des ungarischen Kapitals unter dem Gesichtspunkt der Anzahl an Medien derzeit bei 95%. – wie die Studie zeigt.
















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