– so die Ministerin, die sich weigert, es als Zufall zu betrachten, dass die grüne Europaabgeordnete Sargentini selbst am Vorabend der Abstimmung die Abgeordneten ermutigte, lieber einen Kaffee trinken zu gehen, als an der Abstimmung teilzunehmen. „Es ist sicher, dass sie Angst vor diesen Enthaltungen hatte, von denen sie genau wusste, dass sie die Erfolgschancen ihres Antrags gefährden würden.“
In der Zwischenzeit ist der Rechtsstaatlichkeitsstreit um ein neues juristisches Verfahren reicher geworden: Diesmal ist es das Europaparlament, das eine Klage gegen die Europäische Kommission einreichen will, weil die Abgeordneten der Meinung sind, dass letztere die Verordnung zur Einführung des Konditionalitätsmechanismus rechtswidrig nicht angewandt hat, als diese am 1. Januar in Kraft trat. Ungarn und Polen haben vor dem Europäischen Gerichtshof die Regelung angefochten, die dieses System rechtsstaatlicher Bedingungen vorschreibt – eine Option, die bereits in der Vereinbarung der Staats- und Regierungschefs vom vergangenen Dezember verankert war.
Ein typischer Brüsseler Krieg
Darauf angesprochen, antwortete die Ministerin, dass der Europäische Rat, in dem die Staats- und Regierungschefs versammelt sind, das oberste Gremium der Europäischen Union sei, das das letzte Wort haben müsse, ganz abgesehen davon, dass auch der Präsident der Europäischen Kommission für die Einhaltung der Vereinbarung vom vergangenen Dezember gebürgt habe.
„Wir sind Zeugen eines typischen Brüsseler Machtkampfes. Die Frage ist: Wer ist der Kapitän an Bord? Wer hat das Sagen: die Mitgliedsstaaten oder das Europäische Parlament?
Es gibt keinen Zweifel an der Antwort. Bei der politischen Einigung im Dezember letzten Jahres spielte das Europäische Parlament keine Rolle, da die Verträge ihm dafür keine Legitimation geben. Das hindert die Abgeordneten der liberalen Linken nicht daran, jetzt der Kommission, also einem der eigentlichen Protagonisten in diesen Verhandlungen, zu drohen. Und da das Europaparlament den Gerichtshof der Europäischen Union um ein beschleunigtes Verfahren in diesem Fall bittet, könnte eine Entscheidung in dieser Angelegenheit in wenigen Tagen fallen. Auch hier gibt es auf jeden Fall einen Widerspruch:
Während im Fall Sargentini die Verurteilung um fast drei Jahre verzögert wurde, fordert das Europaparlament im Fall des Konditionalitätsmechanismus für die Gewährung europäischer Mittel ein beschleunigtes Verfahren von knapp sechs Monaten.
















Szóljon hozzá!
Jelenleg csak a hozzászólások egy kis részét látja. Hozzászóláshoz és a további kommentek megtekintéséhez lépjen be, vagy regisztráljon!