Die bisher ohne Konsequenzen gebliebenen von Deutschland geführten separaten Verhandlungen sind auch in Polen vorerst unbequem gewesen. Michał Dworczyk, Kanzleileiter des Ministerpräsidenten, erinnerte die Deutschen daran, dass sie diese Käufe unter Missachtung der EU-Leitprinzipien getätigt hatten.
Ihm zufolge zeige dies einen Mangel an Solidarität, zumal es die Deutschen waren, die die Bestellungen organisierten. Michał Dworczyk sagte ganz dezent, die Vereinbarung der Europäischen Kommission sei „weit davon entfernt, perfekt zu sein“, weshalb das Verfahren immer mehr Unverständnis unter den Mitgliedsstaaten, einschließlich Polen, hervorrufe. Warschau hält sich vorerst an die EU-Leitprinzipien, aber hat angedeutet, dass sich dies ändern könnte, vor allem, wenn andere beginnen, diese Prinzipien nicht zu befolgen, oder wenn manche sogar so weit gehen, diese zu verletzen.
Auch Sebastian Kurz hat aus seiner Meinung keinen Hehl gemacht. Im Gespräch mit PULS 24 kritisierte der österreichische Bundeskanzler die gemeinsame Beschaffung von Impfstoffen durch die EU. Er forderte die Europäische Arzneimittelbehörde auf, den gemeinsam von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoff, der in Großbritannien bereits grünes Licht erhalten hat, so schnell wie möglich zuzulassen. Kurz warnte, dass er die Geduld verlieren könnte, wenn der Zulassungsprozess des Impfstoffs langsamer verläuft als erwartet.
Sebastian Kurz erklärte auch, dass nach der Pandemie die Führung der EU für das langsame Tempo der Entscheidungen über Reiseregeln und Impfstoffbestellungen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.
Andrej Babiš zeigt auch mit dem Finger auf die Europäische Kommission. In einem Gespräch mit der Tageszeitung Právo machte der tschechische Ministerpräsident die Langsamkeit der europäischen Institutionen im Genehmigungsverfahren dafür verantwortlich, dass das Impfprogramm in Tschechien langsamer voranschreitet als in Großbritannien bzw. in Israel.

















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