– Es sieht jedoch so aus, als ob die Akteure der alten Presse größtenteils auch heute noch präsent sind.
– Das ist richtig. Titel, die vor einigen Jahrzehnten noch Symbole für glaubwürdige Informationen darstellten – von der New York Times bis zur BBC –, sind allerdings inzwischen ganz deutlich in den Dienst einer progressistischen politischen Agenda getreten.
– In welchem Verhältnis steht die progressistische Ideologie zum Medienwandel?
– Auf die oben genannten Herausforderungen haben progressistische Kreise mit der Idee reagiert, dass die Medien um jeden Preis zu politischen Lautsprechern der progressiven linksliberalen Vorstellungen werden müssen, weil sie nur so ihre Einflussmöglichkeiten behalten und diese Medien nur so ihr Geschäftsmodell am Laufen halten können. Dies hat die Logik des Informationspluralismus völlig umgekehrt: Früher war das zentrale Prinzip der liberalen Medien die sakrosankte Objektivität der Nachrichten, die um jeden Preis von der Meinung unterschieden werden musste; das Wichtigste war die Glaubwürdigkeit der Informationen; heute ist das zentrale Prinzip die Verteidigung der Agenda der liberalen progressistischen Ideologie. Westliche Konservative beklagen sich praktisch alle, vom ersten bis zum letzten, darüber, dass ihre Ansichten fast vollständig aus den Mainstream-Medien verbannt wurden. Umso wichtiger ist die Aufgabe der konservativen Presse, dieses entstehende Ungleichgewicht auszugleichen und dafür zu sorgen, dass auch vom Mainstream abweichende Meinungen zu Wort kommen können. Wir müssen den Fehdehandschuh aufheben, andernfalls bewegen wir uns auf eine „sanfte Orwellsche“ Welt zu.
– Was kann der Staat in dieser Situation tun?
– Er hat eine doppelte Aufgabe: Zum einen muss er die Meinungsfreiheit schützen, denn es ist nicht hinnehmbar, dass Äußerungen nach ideologischen Kriterien zensiert werden; zum anderen muss er auf die eine oder andere Weise gegen diejenigen Meinungen vorgehen, die gegen das Recht verstoßen. Das sind Aufgaben, die man nicht an Medienplattformen auslagern kann – der Staat muss sich an der Sicherung des öffentlichen Raums beteiligen und das Recht durchsetzen. Das ist eigentlich die Position des gesamten Westens – mit Ausnahme derjenigen, die ein Interesse daran haben, die derzeitige Unruhe aufrechtzuerhalten.















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