Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verließ Wyszyński auf Wunsch seines Bischofs Leslau. Er versteckte sich in Wrociszewo, dann in Laski bei Warschau und schließlich in Zakopane in den südpolnischen Bergen. Während des Warschauer Aufstands 1944 diente er als Seelsorger der Gruppe „Kampinos“ der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, AK), die in und um Laski (bei Warschau) operierte, sowie als Seelsorger des aufständischen Krankenhauses in Laski. Unmittelbar nach dem Krieg kehrte Pater Wyszyński nach Leslau zurück und begann mit dem Wiederaufbau des dortigen im Krieg zerstörten Priesterseminars. 1945 wurde er zum Rektor des Priesterseminars.
1946 wurde er von Papst Pius XII. zum Bischof der Diözese Lublin ernannt. Zwei Jahre später, 1948, wurde Bischof Stefan Wyszyński nach dem Tod von Kardinal August Hlond – für den ebenfalls ein Seligsprechungsprozess eröffnet wurde – Erzbischof von Gnesen und Warschau bzw. Primas von Polen. In seinem Hirtenbrief zum Tag seines Amtsantritts schrieb der neue Erzbischof: „Ich bin weder Politiker noch Diplomat, weder Aktivist noch Reformer. Ich aber bin euer geistlicher Vater, der Hirte und Bischof eurer Seelen, ich bin ein Apostel Jesu Christi...“.
Er begann seine Mission in sehr schwierigen Zeiten, mitten in der stalinistischen Ära. Von Anfang an versuchte er, einen Modus vivendi für die Kirche im kommunistischen Polen zu finden. Er wählte den Weg der mit der Regierung unterzeichneten Vereinbarung, die in Ermangelung einer Verfassung die Beziehungen zwischen Kirche und Staat regeln sollte. Diese Vereinbarung wurde von den polnischen Kommunisten nie eingehalten. 1953 wurde dem neu ernannten Kardinal Stefan Wyszyński der Reisepass für die Reise zum Konsistorium in Rom verweigert. Die Verfolgung der Kirche verschärfte sich, die Verhaftungen von Bischöfen und Priestern nahmen zu, und die Regierung versuchte, in die Besetzung von kirchlichen Ämtern einzugreifen. Der Kardinal veröffentlichte seinen berühmten Hirtenbrief an die Behörden der Volksrepublik Polen im Namen des Episkopats: „Wir werden der Stimme unserer apostolischen Berufung und unseres priesterlichen Gewissens folgen, indem wir in innerem Frieden und in dem Bewusstsein wandeln, dass wir nicht den geringsten Grund gaben, uns zu verfolgen, dass das Leiden unser Los ist, nicht für etwas anderes, sondern für die Sache Christi und der Kirche Christi. Wir dürfen die Dinge Gottes nicht auf dem Altar des Kaisers opfern. Non possumus!“
















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