David Reaboi: Kurz gesagt: Ich halte sie für gewaltige Dummheiten. Andererseits kann ich vollkommen verstehen, dass die Ungarn in eine gewisse Verwirrung vor den Lawinen der Kritik geraten können, die von den durch George Soros finanzierten NGO-Netzwerken und von den liberalen linken Medien, die sich ihrer Ideologie verschrieben haben und zuletzt bzw. kontinuierlich mit ihren Titelseiten und der Aufmerksamkeit von Millionen von Lesern und Zuhörern auf sie einwirken.
Ich dagegen habe als Jude, der sein ganzes Leben lang gegen Antisemitismus gekämpft hat, eine völlig andere Auffassung von Ungarn und insbesondere von der Beziehung der ungarischen Regierung zur jüdischen Kultur.
Magyar Nemzet: Aber warum wird uns dieser Vorwurf immer wieder aufgetischt, wenn er völlig unbegründet ist?
David Reaboi: Wenn es darum geht, einen rechten Politiker oder eine rechte Regierung aus ideologischem Standpunkt anzuklagen, müssen Sie erwarten, dass die liberale Linke die Antisemitismus- bzw. Rassismuskarte beinahe sofort aus dem Ärmel zieht. In Europa wird davon ausgegangen, dass es die Spitze des abschreckenden Arsenals ist, jemanden als „antisemitisch“ zu etikettieren, während in Amerika das gleiche für „rassistisch“ gilt. In ideologischen Debatten gewinnt die Linke jedoch gerne die Oberhand, indem sie ihre Gegner – und im Allgemeinen diejenigen, die sie nicht mag – des Antisemitismus bzw. des Rassismus beschuldigt. Das Problem ist, dass dies dazu führt, diese Ausdrücke zu entwerten. Heute sind wir damit an einem Punkt angelangt, an dem wirklich antisemitische Handlungen nicht mehr wirklich beeindrucken. Diese Trivialisierung des Antisemitismus bringt jedoch ein Konzept in den Bereich der Frivolität, das nicht nur für meine Familie, sondern auch für Millionen anderer Menschen zu unermesslichem Leid geführt hat. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass dieselben Stimmen, die so laut sind, wenn es darum geht, die ungarische Regierung des Antisemitismus zu bezichtigen, sich an einer ebenso lauten und entschlossenen Lobbyarbeit gegen die Aufnahme einer Hamas in die Liste der Terrororganisationen beteiligen, die jedoch mit der Hisbollah unter einer Decke steckt. Eine palästinensische Organisation des radikalen Islam zu verteidigen, obwohl die Hamas aus ihrem Antisemitismus absolut kein Geheimnis macht, ist das kein Antisemitismus? Wenn man ihnen andererseits glauben will, so wären die Antisemiten eher die Ungarn oder zumindest die ungarische Regierung. Habe ich da richtig gehört?
















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