Dieser Aufstieg der Jobbik – beginnend mit den 2007 gegründeten „Steifen“ der Ungarischen Garde und ihrem Wahlerfolg im Jahr 2009 – hat seither freilich den Zorn der liberalen Linken hervorgerufen. Damals – ein Detail, das viel über die Glaubwürdigkeit dieses politischen Manövers aussagt – versuchte das linke Narrativ natürlich, das gesamte „Jobbik-Phänomen“ auf den Fidesz zu schieben (der sich allerdings noch in der Opposition befand). Laut diesem Narrativ war der Fidesz „der Wolf im Schafpelz“ und Jobbik eine „Kreatur des Fidesz“, wobei letzterer diesen Neo- Pfeilkreuzlern die Worte in den Mund legte, die er selbst gerne gesagt hätte, aber nicht zu sagen wagte. Zu dieser Zeit hatte das Political Capital Institute sogar einen speziellen Indikator zur „Messung“ rechtsextremer Tendenzen entwickelt (den „Derex-Index“), während Ferenc Gyurcsány erklärte: „Hier gibt es eine nazistische, antisemitische Partei, und wir tun so, als ob sie ihren Platz in der ungarischen Verfassungspolitik habe“. Den Aufstieg der Jobbik kommentierend, rief dessen Nachfolger Gordon Bajnai „alle parlamentarischen Kräfte zu einer Gewissensprüfung“ auf.
Kümmerling mit Lippenstift
Auf ihrem Höhepunkt, als Jobbik 2010 als drittstärkste Partei des Landes ins Parlament einzog, ging eben dieser Ministerpräsident sogar so weit, Vona und ihre Freunde – eine Partei, dem deren jetziger Vorsitzender Péter Jakab bereits 2009 angehörte – als „Kümmerling“ zu bezeichnen bzw. Fidesz und die MSZP-Sozialisten aufzufordern, sich gegen diesen gemeinsamen Feind zu vereinen. Eine solche Annäherung fand kurz darauf tatsächlich statt. In der Tat, obwohl abgründiger Antisemitismus schon immer ein Merkmal der Straßenaktionen der Jobbik und verwandter Organisationen war, verblüffte ihr stellvertretender Vorsitzender Márton Gyöngyösi – damals Vorsitzender der Jobbik-Fraktion im Parlament und heute Europaabgeordneter der Jobbik – am 26. November 2012 das ungarische Parlament mit der Ankündigung, dass es an der Zeit sei, festzustellen, „wie viele Menschen jüdischer Herkunft in der Regierung und im Parlament ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen“.
















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