Will Witt: „Linkssein ist ein Religionsersatz“

„Das Christentum mag zwar auf dem Rückzug sein, aber die Menschen brauchen trotzdem etwas, das ihrem Leben einen Sinn gibt. Das ist die Rolle, die der Kampf gegen den Klimawandel, die Black-Lives-Matter-Bewegung, die LGBTQ-Bewegung und der Transgender-Unsinn jetzt spielen“, sagt Will Witt, Amerikas führender junger konservativer Influencer, der auf Videos mit 600 Millionen Klicks im Internet verweisen kann, über die wachsende Linke. Der 25-jährige war kürzlich auf Einladung des Danube Institute in Budapest.

2022. 02. 08. 11:09
Will Witt vlogger 20220202 Budapest Fotó Bach Máté Magyar Nemzet Fotó: Bach Máté
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– Und was war an der Universität von Colorado das Problem?

Selbst die Linke gibt zu, dass sie im amerikanischen Hochschulwesen hegemonial geworden ist. Die Lehrkräfte an den staatlichen Universitäten sympathisieren zu 92 % mit den Demokraten, und als ob das nicht schon genug wäre, gehen sie zu allem Überfluss auch noch, unterstützt von ihren Assistenten, in den Vorlesungssälen auf Propagandakurs. Sie fordern ihre Studenten dazu auf, selbst zu Aktivisten zu werden.

– Und wie haben Sie darauf reagiert?

Ich habe das College abgebrochen. Ich zog nach Los Angeles, was zwar eine schrecklich liberale Stadt ist, aber dort fand ich Arbeit bei PragerU. Ich hatte das Gefühl, dass ich etwas tun musste, und diese Plattform gab mir die Gelegenheit dazu.

Fotó: Bach Máté

– Als Sie bei einer Veranstaltung des Danube Institute sprachen, bezeichneten Sie die amerikanische Linke als eine Art Religion. Warum ist das so?

Amerika hat sich in letzter Zeit enorm verändert. Das Land, in dem ich aufgewachsen bin, ist seither bereits in Vergessenheit geraten. Und der Grund dafür ist die Umwandlung des Linksseins in eine Religion. Wie generell im Westen ist das Christentum auf dem Rückzug und das linke Gedankengut besetzt den freigewordenen Platz. Um die Jahrtausendwende gingen noch 79% der Amerikaner in die Kirche – heute sind es nur noch 49%. Aber die Menschen brauchen immer noch etwas, das ihrem Leben einen Sinn gibt. Das ist die Rolle, die jetzt dem Kampf gegen den Klimawandel, der Covid-Hysterie, der Black-Lives-Matter-Bewegung, der LGBTQ-Bewegung und dem Transgender-Unsinn zugedacht ist.

– Gehen Sie selbst in die Kirche?

Ja, ich wurde vor einem Jahr getauft.

– Eine späte Offenbarung?

Das könnte man so sagen. Aber besser spät als nie. Es war die beste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe. Ich hatte das Gefühl, dass es das Richtige war, was ich tun musste.

– Wie ist heute Ihr Verhältnis zur gegnerischen Seite? Wie – unter anderem – Ihre Videos zeigen, ist der Abgrund, der das konservative Amerika vom liberalen Amerika trennt, gigantisch geworden.

Ich habe einen Standortvorteil, nämlich das liberale Umfeld, aus dem ich stamme, und der dazu führt, dass ich besser als andere verstehe, wie und warum die Menschen so denken, wie sie denken. Diese Sichtweise fällt jenen schwer, die ihr ganzes Leben lang in der Haut eines konservativen Christen gelebt haben. Ich hingegen verdanke diesem Verständnis, das ich aus meiner Vergangenheit übernommen habe, den Erfolg vieler Debatten. Den Überzeugungsstrategien in diesem Zusammenhang widmet sich übrigens – unter anderem – mein Buch mit dem Titel „Wie gewinnt man Freunde und beeinflusst seine Feinde?“. (How to Win Friends and Influence Enemies). Trotz allem ist ein Dialog über diese Gratwanderung hinweg immer noch möglich, aber man sollte seine Fragen gut vorbereiten.

– Was wird der entscheidende Faktor bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA sein?

Der Umgang mit der Coronavirus-Epidemie – daran besteht für mich kein Zweifel. Das beinhaltet auch den Kommunikationsstil, den unsere Politiker im Zusammenhang mit diesem Ereignis gewählt haben.

– Glauben Sie, dass Donald Trump wirklich wieder antreten wird? Und wenn ja: Wird er gewinnen?

Ja, so wie sich die Ereignisse entwickelt haben, glaube ich, dass er erneut ins Rennen gehen wird. Einige seiner Äußerungen waren bei den Konservativen nicht sehr erfolgreich, sodass er eine Reihe von Anhängern verloren hat. Er befindet sich derzeit nicht auf seinem Niveau von 2016 oder 2020. Aber angesichts des Handicaps, das das System Biden dem Land derzeit zufügt, denke ich, dass Trump durchaus Chancen auf einen Sieg hat.

– Was ist das Problem mit Biden?

Es ist, dass er der schlechteste Präsident ist, den wir in unserer Geschichte je hatten: Seine Beliebtheitswerte sind entsetzlich. In den meisten Fällen weiß er nicht einmal, wo er sich befindet. Aber auch seine Vizepräsidentin Kamala Harris ist nicht besser: Jeder hasst sie. Niemand schafft es, sich beliebt zu machen, nur weil man eine schwarze Frau ist, die sich gegen die Dominanz der weißen Männer gestellt hat. Was die Menschen heutzutage interessiert, ist, was sie ihrer Familie garantieren können: ob sie Arbeit haben oder nicht. Die Kriminalität in Amerika hat bereits alle Grenzen überschritten, und die Zahl der Fälle von Coronavirus steigt ebenfalls. Die Inflation ist rekordverdächtig. Sie halten ihre Versprechen nicht, alles ist noch schlimmer geworden. Heute hat Biden die Mehrheit gegen sich – auch wenn diese Mehrheit nicht unbedingt zu den Republikanern übergelaufen ist. Harris, der Biden ersetzen soll, verhandelt heimlich mit Hillary Clinton hin und her. Sie muss nur weitermachen: Das ist das Rezept für eine garantierte Niederlage!

– Worin unterscheiden wir Ungarn uns Ihrer Meinung nach von den Amerikanern?

Ich denke, dass ein Land, das den Kommunismus durchlebt hat, die Welt mit anderen Augen betrachtet. Hier weiß man Dinge zu schätzen, die in Amerika zu kurz kommen, weil man dort nie unter einer Tyrannei und unter kargen Lebensbedingungen leben musste. Die Ungarn gehen den amerikanischen Konservativen schon jetzt mit gutem Beispiel voran: Unter der Führung von Viktor Orbán haben sie sich erheblich in die richtige Richtung bewegt. Ich wünschte, unsere Konservativen hätten auch die Kraft, so viel zu unternehmen. Zum Beispiel in Sachen Kinderschutz und homoerotische Medieninhalte. Wir könnten viel daraus lernen. Wenn Ungarn sich auf diesem Weg halten kann, sehe ich keinen Grund, warum es nicht zum Zentrum der Welt auf der konservativen Seite werden sollte.

Photo: Will Witt (Photo: Máté Bach)

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