Viel besser wäre es, die Aufmerksamkeit auf die wahre Bedeutung der Überlegungen von Klaus Schwab – wie er sie in den seither veröffentlichten Interviews immer wieder verfolgt – zu dieser neuen „transhumanen“ Weltordnung zu lenken, die er uns als Ziel vorgibt.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Weltelite hat sich als übergeordnetes Ziel das Verschwinden der Nationen und Nationalstaaten und die Schaffung einer Global Governance als umfassendes System zur Regelung aller Lebensbereiche gesetzt, in dem – zumindest nach ihrer Auffassung – die großen globalen Probleme wie soziale Ungleichheit, Klimawandel, nicht nachhaltiges Wachstum, Migration etc. gelöst oder zumindest bewältigt werden können, so dass ein harmonisches Zusammenleben der Menschen auf der Welt möglich wird.
Natürlich hat sich die Weltelite schon lange darauf vorbereitet: Prominente Persönlichkeiten sprechen seit Jahrzehnten davon. Der ehemalige US-Außenminister und Berater Henry Kissinger, dessen Vorlesungen Klaus Schwab vor fünfzig Jahren in Harvard besuchte, erklärte bereits in den 70er und 80er Jahren, dass nach der Globalisierung des Marktes auch die Politik globalisiert werden müsse. Brzezinski, ein ehemaliger leitender nationaler Sicherheitsberater, sprach vom Ende der souveränen Staaten, während David Rockefeller von der Notwendigkeit einer Weltregierung sprach und George Bush Sr. in einer Rede 1990 bereits die Neue Weltordnung proklamierte. Das sind die Autoren dieser „Verschwörungstheorien“, die man nicht ernst nehmen sollte.
Erstens geht aus den bisherigen Äußerungen Schwabs – einschließlich seines gemeinsam mit Thierry Malleret verfassten und im Juli 2020 erschienenen Buches Der Grosse Umbruch – hervor, dass er mit Global Governance eine Art komplexes System neuer Art meint, das seine Legitimation aus der Beobachtung bezieht, dass weder die Zivilgesellschaft, noch der Markt, noch die Regierungen isoliert in der Lage sind, unseren Sorgen ein Ende zu setzen. Deshalb sehen sie die Lösung darin, dass Unternehmen und Regierungen „effektiv miteinander kommunizieren“. Meiner Meinung nach ist die einzig mögliche Interpretation dieses Jargons, dass die Führer des globalisierten Marktes den Nationalstaaten Schritt für Schritt die „harte Arbeit“ des Regierens abnehmen und für sie erledigen müssen.

















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