– In den letzten Wochen, so berichten verschiedene der ungarischen Opposition nahestehende journalistische Quellen, gab es Streit bei den Konsultationen zwischen Ungarn und der Kommission über den ungarischen Konjunkturplan. Wie viel Wahrheit steckt in diesen Gerüchten?
– Seit einigen Monaten gibt es einen ständigen Dialog zwischen unserer Regierung und der Kommission, und der Plan wurde im Lichte dieser Konsultationen entworfen. Meiner Meinung nach ist dies ein natürlicher Prozess, und
es war nie die Rede davon, dass Brüssel in irgendeinem Bereich Nein zu uns gesagt hätte.
Es gab nicht einmal eine wirkliche Verspätung: Die Kommission selbst hatte gesagt, dass das Datum des 30. April als Richtwert zu betrachten sei. Es lag auch im Interesse der Kommission, dass die Mitgliedsstaaten möglichst gute und damit umso leichter zu bewertende und zu akzeptierende Pläne vorlegen, damit sie so schnell wie möglich grünes Licht für die Mittelvergabe geben kann. Außerdem hatten in Ungarn mehrere hundert Organisationen die Möglichkeit, ihre Meinung zu dem Dokument abzugeben: Parallel zu den Verhandlungen mit der Europäischen Kommission haben wir auch die Sozial- und Regionalpartner konsultiert. Wir sollten auch nicht vergessen, dass dies eine neue Übung ist; die EU-Gesetzgebung zum Wiederaufbaufonds selbst enthält mehrere Dutzend Anforderungen für die Darstellung von Wiederaufbau- und Resilienzplänen. Es versteht sich von selbst, dass der Inhalt des Plans Änderungen erfahren hat, aber es gibt keinen Grund, sich vorzustellen, dass der Anschein solcher Änderungen etwas Skandalöses wäre.
Es ist die ungarische Linke, die ohne jede Grundlage begonnen hat, zu heulen, zu versuchen, unseren Ruf zu beflecken und eine Kürzung der uns zustehenden Mittel zu bewirken.
– Verschiedene EU-Länder haben beschlossen, die nicht rückzahlbare Finanzierung des Konjunkturprogramms zu akzeptieren, jedoch ohne die Kredite aufzunehmen, die die andere Hälfte des Plans ausmachen. Im Fall von Ungarn, was war der Grund für diese Entscheidung?
– Nach den Informationen, die wir im Moment haben, würde die Zahl der Länder, die auch den Kreditteil des Konjunkturpakets in Anspruch nehmen würden, höchstens sechs bis acht betragen. Die Niederlande zum Beispiel werden nicht einmal einen Sanierungsplan vorlegen, was auch kein Problem ist, da es auf EU-Ebene keine ausdrückliche Verpflichtung dazu gibt. In Ungarn sind wir nach sorgfältiger Abwägung der Marktgegebenheiten zu dem Schluss gekommen, dass wir auf diese Kredite nicht zurückgreifen müssen, da der Markt bei der Erreichung unserer Entwicklungsziele auf sich allein gestellt sein kann –
und dass wir auf diese Weise freier arbeiten können, indem wir die ungarischen Bedürfnisse berücksichtigen. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die Frage der Infrastrukturinvestitionen, die nicht immer den grünen Kriterien Brüssels entsprechen, die Ungarn aber – aufgrund seiner Rückständigkeit durch die kommunistische Vergangenheit – immer noch sehr braucht.

















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