Im Vergleich zu Ungarn ist der heute zu beobachtende rumänische Aufholvorsprung vor allem auf die Fehler der ungarischen Wirtschaftspolitik nach 2002 zurückzuführen.
In den ersten drei Jahren nach 1990 waren die rumänischen Verluste beim Übergang zur Marktwirtschaft noch größer als die ungarischen. Danach, von 1996 bis 2003, war der ungarische Aufholprozess schneller als der rumänische. Ein neuer Wendepunkt tritt um 2002/2003 ein: Von da an und – mit Ausnahme der Jahre der globalen Krise 2008/2009 – bis heute übertrifft das Tempo des rumänischen Aufholprozesses das von Ungarn. Ein Vergleich zwischen Ungarn und der Slowakei zeigt ähnliche Ergebnisse: Zunächst überholten uns die Slowaken ab 2004, dann, nach 2015, geriet das slowakische Modell ins Stocken und 2018 hat Ungarn die Slowakei eingeholt. Was die Polen betrifft, so haben sie uns – dank ihres hervorragenden Krisenmanagements und des sehr schlechten ungarischen Managements – in der 2008/2009 eingeleiteten Wende überholt.
Der rumänische Aufholprozess ist zum Teil die Folge einer Reihe von Fehlern, die in Ungarn nach 2002 gemacht wurden. Die Folgen der Fehlentscheidungen, die die ungarischen Regierungen in dem kurzen Jahrzehnt von 2002 bis 2010 getroffen haben, sind auch zehn Jahre nach dem Ende dieses Jahrzehnts noch zu spüren: Sie verschaffen Rumänien auch heute noch einen Aufholvorsprung gegenüber uns.
Der rumänische Vorsprung ergibt sich im Übrigen aus den Stärken des rumänischen Modells.
Von 2009 bis 2019 hat sich die ungarische Wirtschaft dem EU-Durchschnitt um 7,8 % angenähert, die rumänische um 17,1 %. Der Grund dafür, dass Rumänien doppelt so gut abschneidet wie wir, ist zum einen der „Schatten“ der fehlerhaften ungarischen Wirtschaftspolitik des vergangenen Jahrzehnts und zum anderen die Tatsache, dass das rumänische Modell in einigen Bereichen effizienter ist als das ungarische. Dies zeigte sich auch im Jahr 2020, als der rumänische Wirtschaftsrückgang (3,9 %) weniger stark ausfiel als in Ungarn (4,7 %) und sogar das beste Ergebnis in der Region nach dem polnischen Rückgang (2,5 %) darstellte. Ein wichtiger Faktor für diesen Unterschied war, dass das Investitionsniveau in Ungarn um 6,9 % sank, während es in Rumänien um 6,8 % stieg.

















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