Die demographische Situation ist ein Beispiel dafür. Im Jahr 1990 war die Bevölkerung der beiden Länder noch fast gleich groß: 10,4 Millionen in beiden Fällen. Heute hat Tschechien einen demographischen Vorsprung von 900.000 Einwohnern. Bei gleichem Wanderungssaldo ist dieser Vorteil auf zwei Faktoren zurückzuführen: eine höhere tschechische Geburtenrate und eine viel höhere ungarische Sterblichkeitsrate. In den letzten drei Jahrzehnten verzeichnete Tschechien 200 000 Geburten mehr und mehr als 700 000 Sterbefälle weniger als Ungarn. Der demographische Vorteil der Tschechen beruht auf der Logik des „kumulativen Interesses“, denn eine höhere Anzahl von Frauen im gebärfähigen Alter in Verbindung mit einer höheren Fruchtbarkeitsrate (von 1,71 – die dritthöchste in der EU) führt zu einer höheren Anzahl von Geburten. Bei uns liegt die Geburtenrate trotz des starken Wachstums, das wir erreicht haben, immer noch bei nur 1,55 (etwas höher als der EU-27-Durchschnitt von 1,53), so dass sich die Bevölkerungskluft zwischen den beiden Ländern weiter vergrößert. Tschechien hat bereits 110.000 Geburten pro Jahr erreicht, 15.000 mehr als Ungarn.
Ein Blick auf die Bilanzen der beiden Länder zeigt, dass dieses Gesetz des „kumulativen Interesses“ in einer ganzen Reihe von Bereichen funktioniert und den bedeutenden Vorteil erklärt, den die Tschechen heute erworben haben. Von all diesen erworbenen Vorteilen sind die folgenden die wichtigsten:
1. Vor dem Krieg war der Anteil der Industrie an der tschechischen Wirtschaft anderthalbmal so hoch wie in Ungarn.
Neben diesem Unterschied zwischen den 53% der tschechischen Industrie und den 36% in Ungarn zeichnete sich die tschechische Wirtschaft auch durch einen wesentlich geringeren Anteil der Landwirtschaft aus: 23% gegenüber 37% in Ungarn. Dies bildete eine gute Grundlage für die Industrialisierungsprogramme, die in Tschechien folgen sollten: eine solidere Grundlage als die in Ungarn, die den Aufbau des „Landes aus Eisen und Stahl“ [das wirtschaftliche Schlagwort des ungarischen Kommunismus] unterstützen sollte.
















Szóljon hozzá!
Jelenleg csak a hozzászólások egy kis részét látja. Hozzászóláshoz és a további kommentek megtekintéséhez lépjen be, vagy regisztráljon!